Alle Beiträge von Roni Merza

Die Sommerpause neigt sich ihrem Ende zu …

… und bei uns geht es am 14.08.2017 wieder los. Nach ihrem erfolgreichen bestehen bei den Abschlussprüfungen und dem ZAV-Vorsprechen in Köln, möchten wir auf diesem Weg noch mal Rebbeka Herl, Konstantina Fourkiotis, Eric Cornelius, Pascal Fey und Maria Mina Hötzel ganz herzlich gratulieren!

Unsere nächste Produktion „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas von Joël Pommerat“ (Regie: Wolfgang Packhäuser) steht auch schon in den Startlöchern. Die Premiere ist für den 27.09.2017 angesetzt. Weiter Informationen folgen bald.

Bernarda Albas Haus – Premiere

Am Donnerstag (16.02.2017 – 19:30 Uhr) ist es soweit. Unsere Produktion „Bernarda Albas Haus“ feiert Premiere. Die Endproben laufen und die Anspannung steigt. Hier ein Überblick zu allen weiteren Vorstellungen:

Mittwoch ° 22.02.2017                                                                                                     Freitag       ° 24.02.2017                                                                                              Samstag    ° 25.02.2017                                                                                             Sonntag    ° 26.02.2017                                                                                                Montag     ° 06.03.2017                                                                                                 Dienstag  ° 07.03.2017

Alle Vorstellungen finden um 19:30 Uhr im Theatersaal der Schauspielschule statt. Eintritt: 12€ / 9€ ermäßigt

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Neues Jahr, neue Schüler, neue Produktionen

Während unser Abschlußjahrgang erfolgreich am Hessischen Staatshteater Wiesbaden im Weihnachtsmärchen „Der Zauberer von Oz“  (Regie Carsten Kochan) spielte, gab es kurz vor Weih-              nachten an der Schauspielschule wieder eine Aufnahmeprüfung. Aus dieser Prüfung ist der neue Jahrgang Dezember 2017                        entstanden. Wir begrüßen ganz herzlich:

Julia Elfert

Konrad Kißler

Sebastian Kroll

Selene Mori

Laura Schleich                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Zwei neue Produktionen

Nach unseren erfolgreichen Produktionen „Der Klassenfeind“ von Nigel Williams und „bash – stücke der letzten tage“ von Neil LaBute, stehen für dieses Jahr zwei neue Produktionen an:                                         „Bernarda Albas Haus“ von Federico Garcia Lorca                                          (Abschlußjahrgang 2017 / Premier: 16. Februar 2017)

Weitere Termine:                                                                                                    22.02. / 24.02. / 25.02. / 26.02. / 06.03. / 07.03.

„Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ von Joël Pommerat (Grundkurs / Premiere: Oktober 2017).

 

„bash“ – beherzt, abgründig, schauerlich kokett, sehr überzeugend.

Das schreibt der Wiesbadener Kurier ( 04.10.2016):

Premiere von Neil LaButes „bash – Stücke der letzten Tage“ der Schule für Schauspiel in Wiesbaden
von Anja Baumgart-Pietsch
                                                                                                                                                         WIESBADEN – Mörder sind Menschen wie du und ich. Zu diesem Schluss kommt zumindest Neil LaBute, der Autor von „Bash – Stücke der letzten Tage“, 1999 uraufgeführt und jetzt von Studenten der Schauspielschule Wiesbaden für eine Semesteraufführung ausgewählt. In drei Einaktern zu je rund 45 Minuten hört das Publikum Monologe, die das ungute Gefühl vermitteln, dass man direkt angesprochen ist, quasi als anonymer Beichtvater Absolution für fürchterliche Taten erteilen muss.
                                                                                                                                                          Homophobie, Blutdurst und Aggression
                                                                                                                                                          Zwei der Protagonisten haben die schlimmste vorstellbare Tat verübt, ihre eigenen Kinder umgebracht. Der dritte hat einer seltsamen Melange aus Homophobie, Blutdurst und Aggression gefrönt. Dass im Originaltext jeweils die Sekte der Mormonen eine Rolle spielt, ist nur von untergeordneter Bedeutung. Auch wenn der Autor Neil LaBute aufgrund dieses Stücks im „richtigen Leben“ von den Mormonen „exkommuniziert“ wurde. Doch es sind eher allgemein menschliche Abgründe, niederste Instinkte, vorgetragen mit einem eiskalten Lächeln, die sich vor dem Zuschauer auftun. Zu viel Vorwissen ist eher hinderlich für einen Besuch des Stückes, also nur kurz angerissen die Handlung:

In „Iphigenie in Orem“ berichtet ein junger Vater vom Tod seines Säuglings, den er, wie sehr allmählich erst klar wird, selbst verursacht hat – und das aus perfider Planung, um seinen eigenen Vorteil zu befördern. Er kann es niemandem erzählen, denn es sieht wie ein Unfall aus. Also sucht er sich ein namenloses Gegenüber, um die „Beichte“ abzulegen und sich unausgesetzt selbst zu rechtfertigen: „Das Leben geht weiter. Es geht mir gut.“ Das trägt Pascal Fey mit breitem Lächeln vor, ein adrett-geschniegelter junger Mann mit Sonnenbrille à la „Top Gun“, der die Tragödie perfekt in sein Leben integriert hat. Ihm steht David Földszin nicht nach, der einen ebenso gelackten Typen verkörpert, hinter dessen gefälliger Fassade sich aber auch ein Abgrund verbirgt. Mit seiner Verlobten und anderen Freunden zu einer Party im Plaza-Hotel New York angetreten, läuft der Abend bald aus dem Ruder. Während die naive, hauptsächlich über ihr Kleid, die Schuhe und ihre Wirkung auf Männer besorgte Sue (Konstantina Fourkiotis) am späten Abend ein Nickerchen im Hotelzimmer hält, brechen die Jungs zu einer blutigen Eskapade auf, für die das Motiv zwiespältig bleibt.

Schließlich werden die Zuschauer noch Zeugen eines Verhörs, denn die letzte Mörderin ist bereits verhaftet und spricht ihr Geständnis auf Band. Rebekka Herl gibt die verführte Schülerin, die von einem Lehrer mit 13 Jahren geschwängert wurde, der sich anschließend aus der Verantwortung stahl. 14 Jahre später sieht sie die Möglichkeit, sich an ihm zu rächen – auch wenn es für sie das größte Opfer überhaupt bedeutet.

Unter der Regie von Roni Merza, der den Schauspielern das nicht leichte Kunststück zumutet, während der Monologe der anderen bewegungslos auf der Bühne verharren zu müssen, spielen die vier jungen Mitwirkenden beherzt, abgründig, schauerlich kokett sehr überzeugend ihre Horror-Rollen, die von ihnen verlangen, gleichzeitig Abscheu und Sympathie beim Publikum wecken zu müssen. Das gelingt dem Quartett ausgezeichnet.

Und bei den Zuschauern entsteht auf jeden Fall Gesprächsbedarf, denn die aufrüttelnden Szenen, die LaBute erdachte, verstören und beunruhigen – gerade, weil er seine eigenen Figuren nicht verurteilt, sondern sie relativ leidenschaftslos von ihren Untaten berichten lässt.

„Der Hässliche“ – Kritik des Wiesbadener Tagblatts

Schöne Kritik des Wiesbadener Tagblatts zu unserer Produktion „Der Hässliche“. Es gibt noch Karten für die kommenden Vorstellungen. Telefonisch bestellen unter 0611-3349795

Hammerharte Dialog-Duelle – Schule für Schauspiel spielt „Der Hässliche“ von Marius von Mayenburg

Lette (Eric Cornelius, Fanny (Konstantina Fourkiotis) Foto: wita/ Uwe Stotz

Von Kathrin Schwedler

WIESBADEN – Die Farce „Der Hässliche“ von Marius von Mayenburg ist das, was man Schauspielerfutter nennt. Vier Darsteller in diversen Rollen und an verschiedenen Schauplätzen. Die boulevardesken Dialoge fliegen einem nur so um die Ohren. Wie sich die Szenen in rasantem Wechsel ineinander verkeilen, ist vom Autor vorgegeben. Dabei geht es um ein ernsthaftes Zeitgeistthema: die Selbstperfektionierung im Hochkapitalismus. „Sex sells“, lautete die Devise. Wie Auto und Karriere wird dank moderner Chirurgie natürlich auch der Körper optimiert.

Stringent und temporeich

Die Abschlussklasse 2016 der Wiesbadener Schule für Schauspiel hat in der stringenten und temporeichen Regie von Martin Plass komödiantische Artistik bewiesen. Zwei Männer, zwei Frauen, eine Theke, ein Sofa und ein Bürotisch sind die Arena, in der sich das Schicksal von Elektroingenieur Lette erfüllt. Der blitzgescheite Erfinder darf sein neuestes Produkt nicht bei einer Messe präsentieren. Denn: Er ist so hässlich. Das geht gar nicht. Weil aber selbst die Ehefrau ihm nie über seine fatale äußere Wirkung aufgeklärt hat, bricht das Selbstbild des Tüftlers zusammen. Problemlösung: Gesichtschirurgie! Das Ergebnis ist dann so sensationell, dass Lette sich von erotischen Angeboten überrannt sieht. Dumm nur, dass sein Gesicht bald als Katalogware seines Arztes zum Bestseller wird. Und wo alle wie Klone gleich aussehen, kommt es notwendig zu entsprechenden Verwerfungen im familiären und gesellschaftlichen Gefüge.

Während Mayenburgs Stück seinen Sog entfacht, kommt der Zuschauer kaum zu tieferen Erkenntnissen, weil die Protagonisten sich im britischen Trockenhumor hammerharte Duelle liefern. Kalauer inklusive, geht es doch um Stecker und Dosen. Eric Cornelius ist Lette. Der blonde Hüne ist tumber Tor pur. Seine Metamorphose zum Womenizer bleibt äußerliche Dressur. Seine Person ist allenfalls ein Superstar auf Zeit. Das Mitspielertrio scheucht den Hauptdarsteller durch eine Berg- und Talfahrt von Sex, Lügen und Irrsinn. Perfektes Timing, kluge Dialogregie. Konstantina Fourkiotis ist mal doofes (OP-Schwester), mal cooles Blondchen (Millionärstussi). Intrigant und karrieregeil verkörpert Rebekka Herl im kleinen Schwarzen alle neoliberalen Kraftmeier. Pascal Fey gelingt es fulminant, unterhaltsame Karikaturen vom kriecherischen Kollegen bis zum Muttersöhnchen zu zeichnen. Es wird gelacht, man kann einfach nicht anders. Und das Witzigste: Diese Groteske ist von unserer Realität nur einen Hauch entfernt.